Zweijährige Berufsfachschulen

Ausbildungsziel

Die zweijährige Berufsfachschule baut auf dem Kenntnisstand der Hauptschule auf. Die SchülerInnen erwerben durch eine erhebliche Erweiterung ihrer allgemeinen Bildung die Fachschulreife und können damit in alle Berufsausbildungsgänge eintreten, die den mittleren Bildungsabschluss voraussetzen. Außerdem besteht, bei einem qualifizierten Abschluss der Fachschulreife (Notendurchschnitt von mindestens 3,0 in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik), die Möglichkeit ein berufliches Gymnasium zu besuchen.

Anmeldung

Der Aufnahmeantrag ist an das Sekretariat der Käthe-Kollwitz-Schule zu richten.

Dem Antrag ist beizufügen:

  • Lebenslauf in tabellarischer Form
  • Amtlich beglaubigte Kopie des Zeugnisses
  • Erklärung ob an einer anderen Schule ein Antrag gestellt wurde

Bewerbungen sind bis spätestens 1. März schriftlich an die Käthe-Kollwitz-Schule zu richten. Später eingehende Bewerbungen können nur im Nachrückverfahren berücksichtigt werden.

Erfüllen mehr Bewerber die Aufnahmevoraussetzungen als Schüler aufgenommen werden können findet ein Auswahlverfahren statt.

Aufnahmebedingungen

Voraussetzung für die Aufnahme in die Zweijährige Berufsfachschule ist

  • der Hauptschulabschluss oder
  • Abschlusszeugnis des Berufseinstiegsjahrs oder
  • Versetzungszeugnis in die Klasse 10 der Realschule oder
  • des Gymnasiums des neunjährigen Bildungsganges oder
  • das Versetzungszeugnis in die Klasse 9 des Gymnasiums des achtjährigen Bildungsganges, oder
  • sofern eine Versetzung nicht erfolgen konnte, das nach Besuch der Klasse 9 erteilte Abgangszeugnis der Realschule oder
  • des Gymnasiums des neunjährigen Bildungsganges oder
  • das nach dem Besuch der Klasse 8 erteilte Abgangszeugnis des Gymnasiums des achtjährigen Bildungsganges, wobei jeweils in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik ein Durchschnitt von 4,0 erreicht sein muss und in höchstens einem dieser Fächer die Note mangelhaft erteilt sein darf, oder
  • der Nachweis eines der Nummer 1, 2 oder 3 gleichwertigen Bildungsstandes

Ausbildungskosten

  • Schulgeld- und Lernmittelfreiheit
  • das Fahrgeld wird, abzüglich eines Eigenanteils, den Bestimmungen entsprechend, ersetzt
  • Materialkosten sind im Unterricht der Berufspraktischen Kompetenz vom Jugendlichen von max. 130,00 Euro zu bezahlen.

Probezeit

Die Aufnahme erfolgt zunächst auf Probe. Am Ende des ersten Schulhalbjahres wird ein Halbjahreszeugnis erteilt. Die Klassenkonferenz entscheidet auf Grund der Noten des Halbjahreszeugnis über das Bestehen der Probezeit (entsprechend einer Versetzung). Wer die Probezeit nicht bestanden hat, muss die Schule verlassen, kann sie jedoch mit den Rechten und Pflichten eines Schülers noch bis zum Ende des Schuljahres weiter besuchen. Stellt die Klassenkonferenz zum Ende des Schuljahres fest, dass eine Versetzung in die zweite Klasse erfolgen könnte, entfällt die Verpflichtung, die Schule verlassen zu müssen.

Das Nichtbestehen der Probezeit wird im Halbjahreszeugnis vermerkt.

Wer die Schule nach Nichtbestehen der Probezeit verlassen musste, kann nicht nochmals in eine zweijährige zur Prüfung der Fachschulreife führende Berufsfachschule desselben Bereichs aufgenommen werden. Eine Aufnahme in eine zweijährige zur Prüfung der Fachschulreife führende Berufsfachschule eines anderen Bereichs ist möglich, wenn noch Schulplätze frei sind und der Schulleiter in einem Kolloquium zu der Auffassung gelangt, dass der Bewerber trotz Nichtbestehens der Probezeit in einem anderen Bereich der Berufsfachschule voraussichtlich genügen wird. Die Schule kann, um dieses Ziel zu fördern, Vereinbarungen mit dem Bewerber über sein Lernverhalten abschließen.

Allgemeines in der 2-jährigen Berufsfachschule

Für alle zweijährigen Berufsfachschulen – unabhängig vom Profil – gilt dieselbe Stundentafel im allgemeinbildenden Bereich. Mathematik, Deutsch und Englisch sind neben der berufsfachlichen Kompetenz Kernfächer und schriftliche Prüfungsfächer. Die praktische Prüfung erstreckt sich in allen Bereichen auf das Fach Berufspraktische Kompetenz. Die mündliche Prüfung kann sich auf alle maßgebenden Fächer des zweiten Schuljahres mit Ausnahme von Sport, Projektkompetenz und der Fächer der berufspraktischen Prüfung erstrecken.

Bereiche der zweijährigen zur Prüfung der Fachschulreife führenden Berufsfachschulen sind:

  • Gewerblich-technischer Bereich
  • Hauswirtschaftlich-pflegerischer Bereich
  • Kaufmännischer Bereich

Die Schülerinnen und Schüler erhalten eine breit angelegte berufliche Grundausbildung im hauswirtschaftlichen Bereich mit folgender Zielsetzung:

  • Kenntnis der wirtschaftswissenschaftlichen Grundlagen für die Bewältigung von Aufgaben im Haushalt
  • Einsicht in ein verbraucherbewusstes Verhalten
  • Bereitschaft, die kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Aufgaben eines Privathaushaltes wahrzunehmen
  • Fähigkeit, die Berufsentscheidung mit größerer Sicherheit zu treffen.


Der erfolgreiche Abschluss der Berufsfachschule wird gleichwertig anerkannt wie die Ausbildung am einjährigen Berufskolleg für Ernährung und Hauswirtschaft. Die Ausbildung wird daher z. B. auf das erste Jahr der Ausbildung zur staatlich geprüften Hauswirtschaftsleiterin und zur Technischen Lehrerin der hauswirtschaftlichen Fachrichtung an beruflichen Schulen angerechnet. Darüber hinaus wird der Abschluss als schulische Vorbildung für Berufe im Hotel- und Gastgewerbe anerkannt und kann bis zu einem Jahr Ausbildungsverkürzung führen.

Die Schülerinnen und Schüler erhalten eine breit angelegte berufliche Grundausbildung im Bereich Ernährung und Gastronomie mit folgender Zielsetzung:

  • Praktische Kenntnisse über die Arbeit in der Küche, dem Service und Magazin eines Gastronomiebetriebes
  • Einblick in die Organisation, das Marketing und die Warenwirtschaft eines Restaurants
  • Fachliche Kompetenz in den Fragen der Ernährungslehre.


Der Abschluss wird als schulische Vorbildung für Berufe im Hotel- und Gastgewerbe anerkannt und kann bis zu einem Jahr Ausbildungsverkürzung führen.

Die Schülerinnen und Schüler erhalten eine breit angelegte Grundausbildung im Bereich der Biologie, Gesundheitsfürsorge und Pflege mit folgender Zielsetzung:

  • Einblick in die Theorie und Praxis über den richtigen Umgang mit Säuglingen, Kranken und alten Menschen
  • Kenntnisse über biologische Zusammenhänge innerhalb des menschlichen Körpers
  • Sachgemäßer Umgang mit Arzneimitteln und die Möglichkeiten der Ersten Hilfe
  • Theoretische und praktische Erfahrungen im Bereich der Laborarbeit.


Der erfolgreiche Abschluss der Berufsfachschule für Gesundheit und Pflege kann in den Ausbildungsberufen der Medizinischen und Zahnmedizinischen Fachangestellten als 1. Ausbildungsjahr anerkannt werden.

Die Schülerinnen und Schüler, deren Interesse im Bereich der Naturwissenschaften liegt, erhalten eine breit angelegte Labortechnik mit folgender Zielsetzung:

  • Kenntnisse über naturwissenschaftliche und labortechnische Zusammenhänge
  • Theoretische und Praktische Erfahrungen im Bereich der Laborarbeit
  • Vorbereitung auf Berufe mit dem Schwerpunkt Chemie, Biologie und Physik.


Der Abschluss ist eine schulische Vorbildung für Berufe wie z. B. Biolaborant/in, Chemielaborant/in, Chemiekant/in, Pharmakant/in, Fachkraft für Abwassertechnik, Umweltschutztechnische/r Assistent/in.