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Robben, Sturm und Babyhummer - Exkursion des BTG

Einmal echte Feldforschung auf der Hochsee betreiben, das konnte eine kombinierte Schülergruppe des Biotechnologischen Gymnasiums vom Beruflichen Schulzentrum Wertheim und der Käthe-Kollwitz-Schule Esslingen. Die Exkursion wurde federführend von Adrian Peffgen organisiert, Profilfachlehrer für Biotechnologie am BSZ Wertheim, mit Dr. Elke Bleifuß, ebenfalls am BSZ Wertheim, als Begleitperson.

Bei lauen Sommertemperaturen startete die Gruppe in der Nacht zum Samstag am Hauptbahnhof Würzburg ihre lange Reise zur einzigen deutschen Hochseeinsel – Helgoland. Die Überfahrt erfolgte mit dem „Halunder Jet“, einem Hochgeschwindig-keitskatamaran, von Cuxhaven aus, bei strahlendem Sonnenschein und kaum Wellengang. Die Fördervereine der beiden Schulen ermöglichten mit ihrer großzügigen Spende die Überfahrt mit diesem Schnellboot.

Nach ihrer Ankunft auf Helgoland bestaunte die Gruppe zunächst die Sehenswürdigkeiten der Insel. Vor allem die Brutkolonien der Basstölpel, die Buntsandsteinfelsen sowie die vorgelagerte Düne mit den Kegelrobben und Seehunden begeisterten.

Der Schwerpunkt des Aufenthalts lag darin, eine Woche wissenschaftliche Meeres-forschung hautnah zu erleben. Im Labor OpenSea des Alfred-Wegener-Instituts wurden die Schüler*innen durch Dr. Rebecca Ballstaedt und Ute Pausch fachkundig betreut. Mit Planktonnetz, Sichtscheibe und digitalen Messinstrumenten bewaffnet, wurden im Helgoländer Hafen Proben genommen und physikalisch-chemische Werte des Wassers ermittelt. Bei der anschließenden biologischen Untersuchung der Proben gewannen die Schüler*innen einen Einblick in die enorme Artenvielfalt der Nordsee. Dieser reichte von bizarr anmutenden Seesternlarven, winzigen Algen bis zu Quallen und Hummerbabys.

Bei einer Exkursion ins streng geschützte Felswatt, welches für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist, erstellten die Schüler*innen ein sogenanntes Höhenprofil für einen bestimmten Abschnitt und untersuchten die Algenpopulation sowie die Tierwelt im Tidenbereich. Bei ihrer Tätigkeit wurde die Gruppe neugierig von Kegelrobben und Seehunden beobachtet.

Die erhobenen Daten werteten die verschiedenen Arbeitsgruppen anschließend bei typischem Nordseewetter – Regen und Windstärke 6 – im Labor aus. In einer gemeinsamen Abschlusspräsentation stellten sie ihre Ergebnisse zu selbst gewählten Fragestellungen zum Ökosystem Nordsee vor und diskutierten diese miteinander. Auch für das Alfred-Wegener-Institut sind diese Daten wertvoll, da sie für Langzeitstudien im Felswatt-Bereich miteinbezogen werden.

Der geschichtliche Hintergrund Helgolands kam nicht zu kurz. Bei einer Führung durch die Überreste der Luftschutzbunker konnten sich die Schüler*innen in die Lage der Helgoländer*innen im zweiten Weltkrieg hineinfühlen. Bei dem Rundgang wurde ihnen auch die militärische Bedeutung Helgolands im Laufe der Geschichte klar.

Drei Dinge werden den Teilnehmer*innen wohl in Erinnerung bleiben: Das norddeutsche Wetter, die faszinierende Vielfalt an Lebewesen der Nordsee und die interessante Forschung, zu der die Ergebnisse der Schüler*innen einen wichtigen Beitrag leisten.